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Kinder bekommen immer mehr Sprachtherapien |
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Die Kinder in Sachsen-Anhalt bekommen immer mehr Heilmittel wie Ergo-, Physio- oder Sprachtherapien verordnet. Der Umsatz dafür lag im ersten Quartal dieses Jahres bei über vier Millionen Euro und war damit um 12 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden von Januar bis März 2011 rund 20.000 Rezepte für derartige Behandlungen ausgestellt. Besonders stark sind die Verordnungen bei den Sprachtherapien nach oben geschnellt. Wurden bis Ende März des vergangenen Jahres noch 5.270 Sprachbehandlungen verordnet, so waren es im Vergleichszeitraum 2011 schon 6.645 Rezepte dafür. Das entspricht einer Steigerung von über 26 Prozent. Dies teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen-Anhalt unter Berufung auf die aktuelle Heilmittelstatistik des GKV-Spitzenverbandes mit.
"Dass es immer mehr Kinder gibt, die Schwierigkeiten im Bewegungsablauf, mit Sprache und Koordination haben, ist alarmierend. Allerdings wachsen die Kinder heute oft unter ganz anderen Bedingungen auf als früher: Playstation statt Spielplatz, Computer statt Fußball und Fernsehen statt Vorlesen. Das wirkt sich natürlich auch auf die altersgerechte Entwicklung der Kinder aus", sagt Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt. "Die Krankenkassen und damit die gesetzlich Versicherten müssen hier teilweise für ein gesamtgesellschaftliches Problem einstehen", betont Hennicke weiter.
Zwar gebe es für den steigenden Therapiebedarf kein Patentrezept, aber Eltern könnten einen Beitrag leisten, um ihren Nachwuchs in seiner Entwicklung zu unterstützen. Die TK empfiehlt den Eltern für einen geregelten Tagesablauf mit viel Bewegung, gemeinsamen Mahlzeiten und festen Ritualen zu sorgen. Kinder sollten ihrer Fantasie beim Spielen, Basteln oder Toben auf dem Spielplatz freien Lauf lassen. "Solche Aktivitäten fördern das Sozialverhalten, die Kreativität und die koordinativen Fähigkeiten, womit das Risiko von Entwicklungsrückständen gemindert werden kann", betont Hennicke weiter.
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