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Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Diabetes-Test für Schwangere |
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Rund 17.000 Babys werden durchschnittlich pro Jahr in Sachsen-Anhalt geboren. Schätzungen zufolge entwickeln etwa vier Prozent aller werdenden Mütter einen sogenannten Schwangerschaftsdiabetes, der schwerwiegende Folgen für sie selbst und ihr Kind bis hin zur Totgeburt haben kann. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) Sachsen-Anhalt informiert, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab sofort die Kosten für einen entsprechenden Bluttest mit dem diese Störung des Zuckerstoffwechsels frühzeitig erkannt werden kann.
Schwangere müssen das in der Regel zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführte Screening in der Arztpraxis zwar zunächst noch selbst bezahlen, bekommen die Kosten aber komplett zurückerstattet.
Als Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes gelten Übergewicht, ein Alter über 30 Jahren und erbliche Vorbelastung. Wird die Stoffwechselstörung nicht behandelt, kann die werdende Mutter unter anderem an Bluthochdruck oder Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) erkranken. "Durch die hohen Zuckerwerte wird auch das Kind im Mutterleib dicker und größer. Dadurch kann es bei der Geburt zu Komplikationen kommen", so Ulrike Krause, Gynäkologin im TK-Ärztezentrum.
Gleichzeitig blieben die Organe oft unreif, so dass der Säugling nach der Geburt öfter mit Atemproblemen zu kämpfen habe oder eine Gelbsucht entwickle. Deshalb empfiehlt die TK jeder Schwangeren das Angebot zum Test auch zu nutzen, und eventuelle Einschränkungen für die Dauer der Schwangerschaft in Kauf zu nehmen. Meist ist der Diabetes nach der Geburt wieder verschwunden, es besteht allerdings ein erhöhtes Risiko, in jeder weiteren Schwangerschaft oder auch später an Diabetes zu erkranken.
Zur Früherkennung trinken werdende Mütter beim Arzt eine genau dosierte Zuckerlösung. Eine Stunde später verrät eine Blutprobe, ob es einen Anfangsverdacht gibt. "Ein auffälliger Befund aus dem Screening wird durch einen so genannten oralen Glukosetoleranztest überprüft. Je nachdem wie dieser ausfällt, wird der Arzt eine Ernährungstherapie mit oder ohne Insulingabe einleiten", erklärt Krause.
In den meisten Fällen sei es ausreichend, wenn die Schwangere auf die Lebensmittelauswahl und das Essverhalten achte und sich mehr bewege. Nur bei etwa 15 Prozent der Frauen muss zusätzlich Insulin gegeben werden.
Zur Vorbeugung und Therapie des Schwangerschaftsdiabetes sollten sich werdende Mütter an folgende Empfehlungen beherzigen: täglich fünf handtellergroße Portionen Obst, Gemüse und Salat essen, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte bevorzugen, zuckerhaltige Lebensmittel in kleinen Mengen genießen, Öle mit einfach ungesättigten Fettsäuren wie Rapsöl, Olivenöl oder Walnussöl verwenden, einmal wöchentlich Seefisch essen, bei Milchprodukten, Käse und Wurst fettarme Sorten auswählen, nicht täglich Schokolade, Kuchen oder Gebäck naschen, keine zuckerhaltigen Getränke trinken sowie für genügend Bewegung sorgen. Spezielle Diabetiker-Lebensmittel sind nicht nötig.
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