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AOK Niedersachsen bietet Selbstbehalt-Tarif: Bonus bis zu 600 Euro |
Hannover, 21. März 2007. Mit einem Komplett-Angebot individuell gestaltbarer Wahltarife geht die AOK Niedersachsen ab 1. April in den Kassen-Wettbewerb. Neu und besonders interessant für Mitglieder ist ein Selbstbehalt-Modell, das im Jahr zwischen 50 und 600 Euro spart; dies entspricht in der Spitze einer Senkung des Beitragssatzes von 14,1 auf unter 12,7 Prozent. "Bei lediglich sieben Tarifstufen, nach Einkommen gestaffelt, ist das Angebot besonders transparent und übersichtlich", sagte AOK-Vorstand Dr. Jürgen Peter in Hannover.
Mit der aktuellen Gesundheitsreform werde der Wind im Wettbewerb spürbar schärfer wehen, der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung gerate zunehmend in Bewegung. Schließlich habe der Gesetzgeber den Krankenkassen bewusst das Instrumentarium dafür an die Hand gegeben, ihre Beitragssätze und Produkte stärker zu differenzieren. "Als Marktführer nutzen wir dieses Instrumentarium jetzt konsequent. Gerade bei der gegebenen Versichertenstruktur sind wir elementar darauf angewiesen, uns durch attraktive Angebote eine gesunde Mischung aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erhalten, von Alleinerziehenden in 400-Euro-Jobs über junge Familien oder Rentner bis hin zu den Gutverdienern mit geringen Krankheitsausgaben", unterstrich Peter.
Wer mit seinem Einkommen über 3500 Euro im Monat liegt und den Selbstbehalt wählt, startet mit einem Grundbonus von 540 Euro. Ein Arztbesuch, der zur Ausstellung und Inanspruchnahme eines Rezeptes für Arznei- oder Heilmittel führt, reduziert den Bonus um ein Viertel, ein Krankenhaus-Aufenthalt vermindert ihn um zwei Viertel. Nur wer mehr als viermal im Jahr eine ärztliche Behandlung mit eingelöstem Rezept braucht oder mehr als zweimal im Krankenhaus war, hat eine Eigenleistung von 80 bis maximal 120 Euro zu tragen. Arztbesuche ohne Rezept, Früherkennungsuntersuchungen und Leistungen rund um die Schwangerschaft werden nicht angerechnet. Sämtliche Behandlungen mitversicherter Familienangehöriger sind ebenfalls unschädlich.
Bei einem Beispiel-Monatseinkommen von 2200 Euro beträgt der Grundbonus immer noch 190 Euro. Wer im ersten Kalenderjahr gar kein Rezept zu Lasten der AOK eingelöst hat und auch nicht im Krankenhaus war, bekommt unabhängig von seiner Tarifstufe zusätzlich 20 Euro, im zweiten Jahr 40 und im dritten Jahr 60 Euro. Der Selbstbehalt bindet das Mitglied für drei Jahre an seine Krankenkasse (gesetzliche Regelung nach § 53 SGB V). In diesem Zeitraum lassen sich also, je nach Ein-kommen, bis zu 1740 Euro sparen.
Über das Selbstbehalt-Modell hinaus bietet die AOK weitere Tarife und Prämienprogramme an, die den Akzent stärker auf eine Belohnung gesundheitsbewussten Verhaltens setzen. Beispiel "AOK-Bonustarif", eingeführt Anfang 2007: Wer selten krank wird, kann sich damit, je nach Einkommen, bis zu 200 oder 300 Euro im Jahr zurückholen - bei ebenfalls geringem finanziellen Risiko durch einen niedrigen Selbstbehalt. Darin enthalten ist neben einem Grundbonus, auf den nur eingelöste Arzneimittelrezepte und Krankenhausaufenthalte angerechnet werden, eine Belohnung für regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. So werden die Komponenten "Selbstbehalt" und "Gesundheitsvorsorge" sinnvoll miteinander verknüpft.
Allen Modellen gemein ist, dass sie sich selbst finanzieren müssen, es findet keine Quersubventionierung durch die normalen Krankenkassen-Beiträge statt. "Dem nie-dersächsischen Sozialministerium als unserer Aufsichtsbehörde haben wir regelmäßig Rechenschaft darüber abzulegen, dass die Aufwendungen für die Wahltarife aus Einnahmen, Einsparungen und Effizienzsteigerungen stammen", erklärt AOK-Vorstand Jürgen Peter. "Diesen Ansatz des Gesetzgebers begrüßen wir auch ausdrücklich, da wir so einerseits die aus der Privaten Krankenversicherung bekannten Elemente im Kassen-Wettbewerb nutzen können, ohne andererseits die Solidarität unter unseren 2,2 Millionen Versicherten zu verletzen. Wenn wir auf diesem Wege günstige Risiken halten können, stabilisiert das unsere Finanzkraft. Das kommt allen zugute, auch und gerade jenen Versicherten mit geringem Einkommen oder einem ungünstigeren Gesundheitszustand."
Noch in diesem Jahr wird die AOK nach Peters Worten weitere neue Tarife auflegen, etwa für Kostenerstattung oder für besondere Versorgungsformen. Gut genutzt wird nach wie vor das Prämienprogramm "AOK-Doppelplus", bei dem jeder Versicherte unabhängig von seinem Gesundheitszustand Punkte für Maßnahmen sammeln kann, deren gesundheitsfördernder Wert objektiv nachprüfbar ist. Dazu gehören AOK-Gesundheitsangebote, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und der Check-up für Erwachsene, Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern, zahnärztliche Individualprophylaxe, Impfungen, Vorsorgeleistungen bei Schwangerschaft und das Sportabzeichen. Mehr als 100.000 Versicherte haben sich bisher bei "AOK-Doppelplus" eingeschrieben und insgesamt fast 1,1 Millionen Euro an Bonus erhalten.
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