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Pressemitteilungen der AOK Hessen - Allgemeine Ortskrankenkassen
Kann man Zecken wegsprayen? - AOK Hessen zur Infektionsgefahr und wie man die Spinnentiere abwehrt

Bad Homburg. Manche Menschen geraten in Panik, wenn sie einen Zeckenstich an ihrem Körper entdecken. Die Spinnentiere können zwei Krankheiten übertragen: die Borreliose, durch Bakterien verursacht, und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Viren hervorgerufen wird. "Viele Zecken sind nicht infiziert und nicht jeder Stich einer befallenen Zecke führt zur Ansteckung. Und wenn die Erreger übertragen werden, erkrankt nicht jeder Infizierte oder die Infektion hat einen milden Verlauf", sagt Stephan Gill, Pressereferent bei der AOK Hessen

Dennoch können beide Infektionen gefährlich werden. Etwa jede dritte bis jede zwanzigste Zecke in Deutschland ist mit Borrelien befallen. Im Unterschied zur FSME gibt es keine speziellen Risikogebiete, sondern infizierte Zecken kommen in allen Regionen vor. Deshalb tritt die Borreliose auch deutlich häufiger auf als die FSME. Es infizieren sich etwa einer bis sechs von 100 Gestochenen, nach Schätzungen erkranken pro Jahr etwa 60.000 bis 100.000 Personen. "Typisches Zeichen ist eine ringförmige Hautrötung rund um den Zeckenstich, die sich über Tage langsam nach außen verbreitet", erläutert Gill. Diese sogenannte Wanderröte ist nicht zu verwechseln mit der bei fast jedem Stich auftretenden kleinen Rötung, die meistens wie ein Mückenstich etwas juckt. Die Wanderröte entwickelt sich manchmal erst einige Tage bis Wochen nach einem Stich, ist in der Regel innen blasser als am Rand und muss nicht unbedingt an der Einstichstelle, sondern kann auch an anderen Körperstellen auftreten. Möglicherweise treten auch grippeähnliche Beschwerden hinzu, wie Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen.

Sofortentfernung ratsam
In der Regel wird eine Borreliose mit Antibiotika behandelt. Unbehandelt kann es Wochen später zum Befall von Gelenken und Muskeln kommen. Lähmungen der Gesichtsmuskeln und Schwellungen von Lymphknoten sind möglich, ebenso eine Entzündung des Herzens. Ebenso kann sich die Haut chronisch entzünden. Auch wenn eine Zecke sich schon in der Haut festgebissen hat, ist es noch nicht zu spät: Weil die Borrelien im Darm der Zecke leben und nicht im Speichel, übertragen sie sich, wenn überhaupt, erst nach längerem Saugen. Wenn man den Körper gleich nach dem Aufenthalt im Freien absucht und mögliche Zecken sofort entfernt, kann man sich wirksam vor einer Borreliose schützen. Schutz vor FSME bietet eine Impfung. Doch das Risiko einer FSME-Infektion ist wesentlich kleiner, als eine Borreliose zu bekommen. Denn Zecken, die FSME-Viren tragen, kommen vorwiegend nur in bestimmten Regionen vor, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, teilweise auch in Hessen. Auch in den Risikogebieten selbst ist die Infektionsgefahr relativ gering. Im Jahr 2016 wurden 348 Erkrankungen gemeldet, berichtet das Robert Koch-Institut. "Eine Impfung ist für Besucher und Bewohner der Risikogebiete empfohlen, wenn sie sich viel in der Natur aufhalten", so Gill. Eine Impfung ist auch deshalb sinnvoll, weil eine ursächliche Therapie der Erkrankung nicht möglich ist.

Ein Aufenthalt im Unterholz
Weil eine Impfung nur gegen FSME möglich ist, nicht aber gegen Borreliose, sollte ein Zeckenstich möglichst ganz vermieden werden. Da sich die kleinen Blutsauger vor allem im Gras, in feuchtem Laub und Unterholz aufhalten, heißt es: Bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen bleiben. Bei Wanderungen durchs Gebüsch besser feste Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel tragen und die Hosenbeine in die Socken stecken. Auch Zeckensprays, sogenannte Repellents, bieten einen gewissen Schutz. "Das Spray sollte man nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Kleidung auftragen, wenn es keine Flecken macht", rät Gill. Die Wirkung lässt allerdings nach etwa zwei Stunden wieder nach, deshalb ist es wichtig, bei längeren Wanderungen mehrmals zu sprühen. Auch Haustiere sollten mit Zeckenhalsband oder anderen Präparaten zur Zeckenabwehr versorgt werden. Weil Zecken erst einmal eine bis mehrere Stunden auf dem Körper herumkrabbeln, um eine geschützte Stelle (zum Beispiel Achseln, Haaransatz oder Bauchnabel) zu finden, ist es ratsam, gleich nach dem Ausflug ins Grüne den ganzen Körper nach den winzigen Spinnentieren abzusuchen.



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