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Pressemitteilungen der AOK Hessen - Allgemeine Ortskrankenkassen
Zu frühe Geburten wirksam verhindern

Frankfurt / Bad Homburg. In Deutschland lag die so genannte „Frühgeburtlichkeit“, also Geburten vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche, im Jahr 2014 bei 7,9 Prozent. Gleichzeitig ist die Säuglingssterblichkeit von Kindern, die bei ihrer Geburt weniger als 1.500 Gramm wogen, fast fünfmal so hoch wie im Durchschnitt. Damit stellen zu frühe Geburten eine erhebliche Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Hier setzt ein neuer Vertrag nach § 140a SGB V an, den die AOK Hessen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen sowie dem Berufsverband der Frauenärzte abgeschlossen hat und der am 1. April in Kraft tritt.

„Die Überlebenschancen für Frühgeborene sind in den letzten Jahrzehnten dank des medizinischen Fortschrittes zwar gestiegen. Heute werden Kinder in hoch spezialisierten Einrichtungen – so genannten Perinatalzentren – versorgt und haben somit deutlich bessere Chancen, den Start ins Leben zu schaffen. Dennoch ist die Sterblichkeit bei Frühgeburten insgesamt noch immer erhöht und die Kinder haben oft, teilweise ein Leben lang, mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen“, erklärt Frank Dastych, der Vorstandsvorsitzende der KV Hessen.

Ausführliches Beratungsgespräch
Mit „AOK-Priomed zur Prävention von Frühgeburten“ sollen Risikofaktoren so früh wie möglich erkannt und gezielt behandelt werden. Zu den Risikofaktoren gehören u.a. Rauchen und Alkoholkonsum, chronische Krankheiten, Scheiden- und Harnwegsinfektionen, vorausgegangene gynäkologische Komplikationen und Behandlungen, Über- und Untergewicht sowie psychische und sozia-le Belastungen. „Durch eine umfassende Anamnese und Diagnostik lassen sich viele Frühgeburten wirksam verhindern. Wichtigstes Element des Vertrages ist deshalb ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch anhand eines vorab definierten Leitfadens“, erklärt Dr. Roland Strasheim, der Krankenhauschef der AOK Hessen.

Wenige Voraussetzungen
Das bestätigt auch Dr. Klaus Doubek, Vorsitzender des Berufsverbands der Frauenärzte in Hessen: „Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Regelungen für die Verbesserung der Versorgungsqualität Schwangerer getroffen. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, das ausführliche ärztliche Beratungsgespräch und die zusätzlichen qualifizierten Ultraschalluntersuchungen ist es möglich, in einem frühen Stadium eine drohende Frühgeburtlichkeit zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ Im Einzelnen beinhaltet der Vertrag einen Frühultraschall, die Längenmessung des Gebärmutterhalses, Untersuchungen auf vaginale Infektionen, die Bestimmung der Schilddrüsenwerte sowie die Messung des Eisenspeichers im Blut. Es gibt nur zwei Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Vertrag: Eine Mitgliedschaft bei der AOK Hessen und natürlich eine bestehende Schwangerschaft. Anmeldungen sind bis zur 20. Schwangerschaftswoche möglich, die Einschreibung erfolgt direkt bei der behandelnden Frauenärztin oder dem behandelnden Frauenarzt. Am Vertrag teilnehmende Medizinerinnen und Mediziner findet man ab dem 1. April unter www.arztsuchehessen.de (Auswahlfeld „Genehmigungen“).



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