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DAK-Kinderthemendienst, Ausgabe V

Dem Sandmännchen auf der Spur

Hamburg, 11. März 2010. „So Paul, langsam wird es Zeit fürs Bett – das Sandmännchen wartet!“, sagt Mama. Och nö! Paul findet schlafen total langweilig. Da passiert ja nichts! Viel lieber würde er weiterspielen. Dass beim Schlafen aber alles andere als Langeweile angesagt ist, weiß Kinderarzt Dr. Kroschke von der DAK. Zusammen mit Paul ist er dem Sandmännchen auf der Spur.

Schlafen: Was passiert da eigentlich?
„Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen!“, gähnt Paul am Frühstückstisch und kippt aus Versehen die Milch neben seine Tasse. Er ist nicht nur müde, sondern auch schlecht gelaunt und unkonzentriert. Kein Wunder: Zu wenig Schlaf mag sein Körper nicht. „Schlafen ist für euren Körper wichtig, damit er sich von den Anstrengungen am Tag erholen kann“, erzählt Dr. Kroschke. Außerdem braucht ihr genug Schlaf, damit ihr nichts vergesst. Denn: „Nachts baut eurer Gehirn Nervenverbindungen, die euer Wissen wie einen Fisch im Fischernetz festhalten.“, weiß er. Noch etwas passiert, wenn Paul regelmäßig und genug schläft – er wächst schneller. Im Schlaf befiehlt das Gehirn seinem Körper nämlich: „Wachsen!“. Einige Kinder zwickt es deshalb sogar manchmal nachts im Bein.

Lerche oder Eule: Welcher Schlaftyp bist du?
Lina steht gerne so früh wie die Lerche auf, während Paul am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben würde. Auch komisch: Seine Schwester ist abends richtig müde, Paul stattdessen fit wie eine Eule. Woran liegt das bloß? „Ob ihr in der Frühe richtig wach seid oder erst später am Tag, liegt in euren Genen und wird euch von euren Eltern vererbt“, erklärt Kinderarzt Dr. Kroschke. Ihr könnt also nichts dafür, wenn ihr morgens noch müde seid, obwohl ihr lange genug geschlafen habt. Achtet mal darauf, ob eure Eltern beide Frühaufsteher sind: Vielleicht gibt es ja noch mehr Eulen oder Lerchen bei euch in der Familie.

Träumen: Warum geht das nur im Schlaf?
Paul freut sich immer, wenn er nachts im Traum aufregende Dinge erlebt: Plötzlich braucht er nur mit den Armen zu schlagen und schon hebt er ab wie ein Vogel und fliegt! Oder aber er steht als Rockstar auf einer großen Bühne, tosender Applaus inklusive. Manchmal kann er morgens über seine Träume ganze Geschichten erzählen, ein anderes Mal jedoch erinnert er sich einfach nicht mehr daran, was er geträumt hat. Wie ist das möglich? „In einer Nacht gibt es verschiedene Schlafphasen, die ihr durchlauft, zum Beispiel Tiefschlaf oder leichten Schlaf“, erklärt Dr. Kroschke. In den Morgenstunden schlaft ihr normalerweise nicht mehr so tief. Wer in dieser Phase wach wird, erinnert sich leichter an seine Träume. Sein Tipp: „Damit ihr eure Träume nicht vergesst, schreibt sie doch gleich nach dem Aufwachen auf und sammelt die Geschichten. Ihr werdet euch wundern, welche Abenteuer ihr erlebt habt!

Keine Angst vor schlechten Träumen
Schweißgebadet wacht ihr auf und sitzt plötzlich hellwach im Bett. Das war ein Alptraum. „Alpträume kommen bei Kindern in eurem Alter häufig vor, denn nachts verarbeitet ihr Stimmungen und Gefühle des Tages. Auch schlimme Ereignisse und Ängste verwandelt das Gehirn manchmal in Alpträume.“, sagt Kinderarzt Dr. Kroschke von der DAK. Er hat einen einfachen Tipp: „Wenn euch Dinge nachts bedrücken, sprecht mit euren Eltern darüber.“

Schlafmonster: Wie verjagt ihr sie am besten?
Was hat da gerade so ein Geräusch gemacht? Und hat sich die Gardine nicht komisch bewegt? Paul liegt im Bett und findet keine Ruhe. Das dunkle Zimmer sieht mit den vielen Schatten auf einmal so bedrohlich aus. Paul wundert sich: Warum kann er manchmal einfach nicht einschlafen? „Viele Leute glauben, dass der Vollmond daran schuld ist“, erzählt Dr. Kroschke. Stimmt aber nicht: Vielleicht habt ihr am Tag zu viel Aufregendes erlebt. Das lenkt natürlich vom Schlafen ab. Oder es kann mit Dingen in eurem Zimmer zu tun haben: Brummt der CD-Player noch? Leuchtet irgendwo ein kleines Lämpchen? Bollert die Heizung? „Am besten, ihr stellt vor dem Schlafengehen alle elektronische Geräte ab und dreht die Heizung runter, damit euch nicht zu warm wird“, rät der Kinderarzt.

Tipp Dr. Kroschke: Schlafmonster vertreiben
Wenn ihr vorm Schlafengehen spannende Filme guckt oder Computer spielt, läuft euer Gehirn zu Höchstleistungen auf. Es muss viele Informationen verarbeiten und sich richtig anstrengen. Die hektischen Bilder und spannende Geschichten sind kurz vor dem Schlafengehen zu aufregend. Dr. Kroschke von der DAK rät, mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen die Flimmerkiste abzuschalten. Viel besser ist es, noch ein wenig schöne Musik zu hören. Gegen Schlafmonster hilft es auch, auf der Bettkante noch ein bisschen mit euren Eltern darüber zu sprechen, was ihr am Tag erlebt habt.

Schnarchen: Warum macht Papa nachts so einen Krach?
„Chrrrrrrrrrr, Chrrrrrrrrrrr…..“ Ein ohrenbetäubendes, sägendes Brummen reißt Paul mitten in der Nacht aus dem Schlaf. Kurz ist es still, doch da ist es schon wieder! Unfassbar. Es ist Papa, der den Lärm macht! „Wieso ist Papas Schnarchen nur so laut?“, fragt sich Paul und legt sich gegen den Krach sein Kopfkissen aufs Ohr. „Beim Schnarchen entspannen sich alle Muskeln. Auch im Hals habt ihr Muskeln, die erschlaffen. Einer davon heißt Gaumensegel – und das schwingt genau wie ein echtes Segel durch die Luft.“, erklärt Kinderarzt Dr. Kroschke. Sobald Pauls Papa einatmet, weht sein Gaumensegel und macht Krach – er schnarcht. Forscher haben sogar bewiesen, dass manche Schnarcher so laut sind wie ein vorbeifahrender Lastwagen!

Schnarchen wie eine Kreissäge und dabei seelenruhig schlafen?
Paul fragt sich: „Warum wacht Papa nicht selbst auf von dem Lärm, den er nachts macht?“ Meistens schläft Pauls Papa so tief, dass ihn nichts stören kann. Auch sein eigenes Sägen nicht. Befindet er sich im Tiefschlaf, kann es sogar passieren, dass er den Wecker auf dem Nachttisch nicht hört. Manchmal aber schreckt Pauls Papa bei seinem eigenen Krach doch hoch. Verwundert hat er neulich gefragt: „Was war das für ein Lärm gerade?“ Das war er natürlich selbst mit seinem lauten Scharchen!

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