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Finanzausgleich der Krankenkassen diskriminiert Alte und Kranke |
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Was sind dem Bundesgesundheitsministerium alte und schwerstkranke Menschen wert? Internen Berechnungen der DEUTSCHEN BKK zufolge werden ältere und schwerstkranke Patienten durch den Verteilungsmechanismus des Gesundheitsfonds (Morbi-RSA) benachteiligt. Bei 17.000 der bei der DEUTSCHEN BKK versicherten Rentnerinnen und Rentner ergibt sich ein Defizit von mindestens 10.000 Euro pro Kopf. Insgesamt fehlen 428 Millionen Euro allein für diese Versichertengruppe.
Ein Rechenbeispiel macht das Dilemma deutlich: Im Jahr 2010 zahlte die DEUTSCHE BKK für die Behandlung einer 70-jährigen Krebspatientin mit Metastasen in Lunge und Verdauungsorganen 150.000 Euro, vor allem für teure Krebsmedikamente. Aus dem Gesundheitsfonds bekommt die Kasse aber lediglich 23.000 Euro erstattet. Es fehlen 127.000 Euro.
Die Fehler im Verteilungsmechanismus sind bekannt. Vor kurzem ist die Wirkungsweise des Finanzausgleichs wissenschaftlich untersucht worden. Doch das Bundesgesundheitsministerium versteckt das Gutachten der Wissenschaftler seit März in der Schublade. Dagegen wehren sich die beiden Betriebskrankenkassen.
Hans-Jörg Gittler, Vorstandsvorsitzender der BAHN-BKK: „Der Gesundheitsminister kann nicht teure Gutachten in Auftrag geben und dann die Ergebnisse in der Schublade verschwinden lassen, weil sie nicht in die politische Diskussion passen. Hier geht es um Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen von morbiditätsstarken Krankenkassen, die man aufgrund der Dimension nicht aussitzen kann. Ein erster Schritt wäre, Transparenz zu schaffen und das Gutachten zur Diskussion freizugeben.“
Achim Kolanoski, Vorstandsvorsitzender der DEUTSCHEN BKK: „Ein offensichtlicher Methodenfehler wird bewusst nicht behoben. Das geht zu Lasten der Älteren und Schwerkranken. Da muss sich der Gesundheitsminister schon fragen lassen, ob das der neue mitfühlende Liberalismus der FDP ist.“
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