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Das grüne Spiel: Golf hält gesund und macht fit |
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Einst galt Golf als ein Spiel für ältere Herren. Doch inzwischen packt immer mehr Deutsche das Fieber – jung und alt. Der grüne Sport hält Körper und Geist fit.
Seine Devise war „no sports“. Auch vom Golf hielt Winston Churchill nicht viel: „Das ist ein Spiel, bei dem ein viel zu kleiner Ball in ein zu kleines Loch geschlagen werden muss. Und das mit Geräten, die dafür völlig ungeeignet sind.“ Trotzdem: Immer mehr Deutsche machen genau das – auch hierzulande ist Golf auf dem Weg zum Volkssport. Die Zahl der Aktiven jeden Alters nimmt laufend zu. Nach Fußball rangiert Golf inzwischen auf Platz zwei der wachstumsstärksten Sportarten und wird 2016 auch wieder olympisch.
Mehr als viele andere Sportarten eignet sich Golf für jeden – unabhängig vom Alter und ob sportlich oder untrainiert. Mediziner bestätigen: Das Spiel mit dem kleinen weißen Ball hält gesund. Es fördert Fitness und Ausdauer und bringt auf schonende Weise Herz und Kreislauf in Schwung. „Bei keinem anderen Sport werden mehr Muskeln bewegt“, betont Heinz Liesen, Professor am sportwissenschaftlichen Institut der Universität Paderborn.
Golf ist Bewegung von Kopf bis Fuß. Bei einer Runde über 18 Löcher ist man mit einigen Kilo Ausrüstung gut vier Stunden in der frischen Luft stramm unterwegs. Dabei geht zwischen den Schlägen (oder besser: Schwüngen), die den Ball in Loch bringen, acht bis zehn Kilometer. Das kurbelt die Fettverbrennung an, der Körper verbraucht dabei gut 1.200 Kilokalorien und damit mehr als bei zwei Stunden Tennis oder einer Stunde Joggen.
Golf trainiert auch das Gehirn. Ein „Normal-Golfer“ macht bei einer Platzrunde etwa 100 bis 200 Schwünge. Und jeder erfordert höchste Konzentration, mentale Stärke und Aufmerksamkeit. Denn wer sich nicht immer wieder auf neue Situationen einstellt und den Ball einfach nur drauflos schlägt, wird nicht weit kommen. Daher steigert das Spiel auch die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung im Gehirn. Nach Feststellung des Arztes und Sportwissenschaftlers Dr. Holger Herwegen verbessert die Konzentration, die jeder Schlag erfordert, die geistige Leistungsfähigkeit. Da man dabei vollkommen abschalte, baue Golf auch Stress ab.
Wissenschaftler der medizinischen Universität „Karolinska Instutet“ (Stockholm) fanden in einer Studie mit 300.000 Sportlern sogar heraus, dass Golf das Leben verlängert. Danach haben Golfer eine durchschnittlich fünf Jahre höhere Lebenserwartung als Nicht-Golfer gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleicher sozialer Schicht.
Das sei darauf zurück zu führen, dass sie sich bis ins hohe Alter viel bewegen, oft an der frischen Luft sind und ein intaktes soziales Leben führen. Denn dieser Sport hat auch eine gesellige Komponente – man spielt ihn nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Allerdings: Erst dann wenn man regelmäßig spielt, stellen sich die positiven Effekte ein. Dreimal in der Woche sollte man sich schon Zeit nehmen für das Spiel „mit dem viel zu kleinen Ball“.
Doch wie bei fast jedem Sport kann man sich natürlich auch beim Golf verletzen. Vor allem dann, wenn die Technik nicht stimmt. Deshalb sind ein qualifizierter Unterricht und das Training unter fachlicher Anleitung unerlässlich. Und für alle, die Golf erst einmal ausprobieren wollen, gibt es in fast jedem Club immer wieder preisgünstige „Schnupperkurse“.
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